Ich würde nicht behaupten, dass ich mit der Pentax schon komplett sattelfest war, aber ich wusste zumindest was ich tat und wie ich die Kamera bedienen musste.
Mein Papa hatte damals ein 50-mm-f/1.4-Objektiv für die Kamera gekauft. Es war schön lichtstark und trotz seines Alters in einem erstaunlich guten Zustand – scharf, ohne Glaspilz oder andere Alterserscheinungen. Trotzdem konnte ich mich mit den 50 mm als Immerdrauf-Objektiv nie so richtig anfreunden. Also machte ich mich auf die Suche und wurde – dank eines großen Onlineauktionshauses und einiger japanischer Händler – schnell fündig. Wenige Tage später hielt ich ein 35-mm-f/3.5-Objektiv in einem Top-Zustand in den Händen. Genau dieses Setup durfte mich schließlich auf unserer Kreuzfahrt durchs Mittelmeer begleiten.
Vor der Reise musste ich allerdings immer wieder an meinen letzten Flughafenbesuch denken. Dort hingen an den Sicherheitskontrollen diese Schilder mit der durchgestrichenen Kamera vor dem Röntgengerät. Für mich war klar: Da soll die Pentax besser nicht durch. Das Gleiche galt für die Filme – und da wir auf der Kreuzfahrt täglich beim Betreten des Schiffs erneut durch die Sicherheitskontrolle mussten, rechnete ich schon mit einer kleinen Herausforderung.
Zu meiner Überraschung verlief das Ganze aber völlig unkompliziert. Jeden Tag durfte ich zwar meine Englischkenntnisse auffrischen und aufs Neue erklären, dass sowohl die Kamera als auch die Tüte mit den Filmen bitte nicht durch den Scanner sollten. Aber das Personal war jedes Mal verständnisvoll, und alles wurde problemlos per Hand kontrolliert.
Eine Ausnahme gab es allerdings: den Besuch des Papstes. Rund um den Markusplatz war alles weiträumig abgesperrt, und wer hinein wollte, musste zwangsläufig durch die Sicherheitskontrollen. Diesmal gab es keine Diskussion und kein Verhandeln – die Pentax musste durchs Röntgengerät.
Und damit stand natürlich die alles entscheidende Frage im Raum: Was würde mit meinen Filmen passieren?
Die Antwort ließ auf sich warten. Denn selbst nach dem Ende des Urlaubs blieb die Spannung bestehen – entwickelt werden mussten die Filme schließlich erst noch. Bei jedem Gedanken daran fragte ich mich, ob die Aufnahmen wohl unbeschadet überstanden hatten oder ob das Röntgengerät ihnen doch zugesetzt hatte.
Zum Glück war die ganze Sorge völlig unbegründet. Die Filme hatten alles ohne sichtbare Schäden überstanden. Und genau deshalb kann ich euch jetzt ein paar der entstandenen Bilder zeigen.





